Besondere Augenblicke, mystische Orte und phantastische Farben
 Faszinierend und ansehenswert

FARBKLEKSE,  sie begegnen uns überall und verführen zu guter Laune

  • Ilfeld.2021
  • Apfelernte.2021
  • Aachen.2021
  • Samtsuppe.Aachen.2021
  • Nordhausen.2021
  • Pfifferlinge.Aachen.2021
  • Aachener Schaufenster.2021
  • Strand auf Usedom.2021
  • Feuerwehr.Zinnowitz.2021
  • Ausstellungsstück.Zempin.2021
  • Kürbisblüte.2021
  • Usedom:Hexe.2021
  • Krummin.2021
  • Krummin.Hafen.2021
  • Tallin.2017


farbklekse, sie begegnen uns überall und verführen zu guter Laune.

Ich liebe Farben, ganz besonders die knalligen und frischen, die, die man einfach nicht übersehen kann. Natürlich müssen diese Farben auch in ihre Umgebung passen oder zum Menschen, der sich mit ihnen schmückt oder zum Gebäude, das farbig verputzt wurde. Im besten Falle sollten die Farben nicht nur zum konkreten Anlass passen, sondern ihn vielmehr noch betonen und selbstverständlich sollten sie sich nicht gegenseitig in die Quere kommen, sprich, einander im wahrsten Sinne des Wortes nicht auslöschen. 

Zu Zeiten meiner Oma hieß es, dass sich GRÜN und BLAU nicht vertragen und ROT und BLAU auch nicht. GRÜN sei in sich in seinen so vielen Farbnuancen nicht oder nur sehr schwer kombinierbar und vor GELB sollte Frau sich hüten, das macht blass! Von ROT solle ich die Finger lassen, denn ROT provoziert. Und wenn Rot unbedingt sein müsse, dann überhaupt nur in Kombination mit SCHWARZ. SCHWARZ wäre gut, SCHWARZ ist elegant und SCHWARZ macht schlank, das „kleine Schwarze“ passt zu jeder Gelegenheit und Jahreszeit  und zu jeder Frau! Kurz gesagt: SCHWARZ geht immer und SCHWARZ ist langweilig!! 

Ich mag es halt farbig! Es genügt ja oft schon ein Farbtupfer, ein Farbpünktchen. Besonders in der dunklen Jahreszeit, wenn die Sonne fehlt und die Tage trübe sind, bin ich oft auf der Suche nach ihnen. Sie sind wirklich öfter zu entdecken als man gemeinhin vermuten könnte, sie verführen uns tatsächlich zu guter Laune, wenn wir sie entdecken, probieren Sie es ruhig mal aus. In der nasskalten Jahreszeit macht diese Art „Schatzsuche“ am meisten Spaß. 

So habe ich beispielsweise den Hydranten in Ilfeld entdeckt, der im Nebel mit seinem leuchtenden Rot quasi zum genaueren Hinschauen einlädt. Genauso ergeht es dem Betrachter mit den bordeauxroten Schildern im Ahornpark und den roten Strandkörben an der Nordsee, auch hier bedarf es keines Sonnenscheins, eher im Gegenteil.

Diese Entdeckung gab letztlich den Ausschlag dafür, die farbkleksezu gestalten. Hier findet sich eine Sammlung von Farben und Formen in verschiedenster Kombination, völlig unabhängig voneinander und genauso unsortiert. Ich werde immer wieder Bilder auswechseln, durch neue ersetzen, weil ich auch immer wieder neue farbklekse entdecken werde. Das Leben ist kunterbunt, wir müssen nur hinschauen.

Viel Spaß beim Betrachten und vielleicht bessert sich auch Ihre Laune. 

Ilfeld, im Januar 


Farben

Farben, das sind „Gewürze des Lebens“, „Gemälde in der Natur“, „Botschafter“, „Signalgeber“ und letztlich doch nichts als Reflexion, aber was für eine!


Die allerallererste Farbe auf dem Weltenball war vor 200 Millionen Jahren, so sagt die Wissenschaft, die Farbe GRÜN. Sie entstand Hand in Hand mit den Pflanzen und dem Chlorophyll und der Photosynthese; genau, da war doch noch was …. Die Evolution hatte entschieden, dass die auf die Pflanzen folgenden Tiere GRÜN sehen und somit fressen konnten, der Kreislauf zwischen Flora und Fauna begann mit GRÜN. 

GRÜN ist ein Relikt aus der tiefsten Urzeit und wir Menschen können bei GRÜN mehr Nuancen unterscheiden als bei allen anderen Farben zusammen. GRÜN beruhigt und ist gesund. Heute gehen die Städter in den Wald zum „Waldbaden“, im Park kurt man schon immer und weiß, dass GRÜN dem Stress entgegenwirkt.

Schon 165 Millionen Jahre später entstand die Farbe ROT, die Natur bot den Tieren rote Früchte als Leckerbissen dar, die roten Früchte waren einfach schon immer die süßesten.

 



Aber Achtung, nur die Primaten, wir Menschen eingeschlossen, können die Farben GRÜN und ROT unterscheiden, und bei uns Menschen zehn Prozent der Männer noch immer nicht. So dürfen wir uns nicht wundern, dass einige unserer Männer und unsere Zweibeiner Hund und Katze nicht auf die Ampelschaltung achten, sie können einfach die Farben nicht unterscheiden.


ROT zeigt den Frischegrat von Fleisch und den Reifegrat von Früchten, eine leichte Rötung unserer Gesichtshaut zur richtigen Gelegenheit kann unserem Gegenüber Einiges ungewollt verraten. ROT dominiert immer. 

An ROTEM können wir nicht ohne weiteres Vorbeisehen, gleichzeitig jedoch wollen die meisten weg vom ROT, sich in Sicherheit bringen. ROT signalisiert Blut, Feuer, Gefahr, Verbot, ROT zieht magisch an, eROTisiert, nicht immer, aber oft.

ROT war die allerallererste Farbe, die die Menschen als Farbe bewusst herstellten und einsetzten. Vor 40.000 Jahren, auch das sagt die Wissenschaft, stellten sie aus rotem Ocker die wohl ältesten Wandmalereien her, die noch heute in einer Höhle in Nordspanien in tiefem ROT leuchten. Über Jahrtausende gab es keine andere von Menschen hergestellte Farbe als ROT. 

Vor 3.000 Jahren lernten die Phönizier den Farbstoff PURPUR herzustellen, indem sie ihn aus Schnecken, genauer aus den Drüsen einer Schneckenart, die zwar ihr Leben opfern muss aber dafür Purpurschnecke heißt, auf sehr aufwendige Art gewannen. PURPUR nennt man noch heute den Farbton vom tiefen, satten  ROT über Bordeaux bis hin zum dunklen Violett, der prächtig leuchtet. 

Um eine Toga PURPUR zu färben, bedurfte es 250.000 Schnecken. Kein Wunder, dass PURPUR nur den Mächtigsten vorbehalten war, Kaisern, Königen, Kardinälen und selbst der Pabst trägt noch heute zu höchsten Anlässen PURPUR.

Vor etwa 10.000 Jahren kam BLAU zum bis dahin solitär herrschenden ROT hinzu.  Im Hindukusch fanden Bergleute einen Stein, der himmlisch blau schimmerte und sie nannten ihn Lapislazuli, den „Himmelblauen Stein“.

Keine Farbe ist so selten in der Natur wie BLAU und das, obwohl wir unseren Planeten zurecht den „Blauen Planeten“ nennen, die Welt zu zirka siebzig Prozent mit blauem Wasser bedeckt ist und der Himmel BLAU leuchtet. 


Dieses BLAU ist im wahrsten Sinne des Wortes „unfassbar“, „unbegreiflich“, mit den Händen nicht zu fassen, nicht zu greifen. 

Die Welt schimmert in der Ferne BLAU und wird, je näher wir dem BLAU kommen, umso blasser. 


Greifbares, berührbares BLAU war bis vor 10.000 Jahren extrem selten. Der himmelblaue Stein Lapislazuli eroberte die Welt, die erste Handelsstraße war nicht die für Salz oder Gold oder Seide sondern für die Farbe BLAU.


BLAU steht noch heute für Vertrauen und Treue, viele Banken und Versicherungen und Handelsketten tragen BLAU in ihrem Namenszug und zu wichtigen Terminen trägt der Herr noch heute ein hellblaues Hemd und/oder ein dunkelblaues Sakko. Im Übrigen gern eine violette Krawatte, sie erinnern sich, PURPUR und das Erlesene?!

GELB verdankt seinen Farbstoff dem Safrankrokus. Dieser wurde erstmals noch zu Zeiten der Pharaonen im Atlasgebirge gefunden. Aus seinen Stempeln wurden sowohl das kostbare Gewürz als auch das Safrangold, den gelben Farbstoff gewonnene Safrangold hielt das Sonnenlicht dauerhaft in der Kleidung derer gefangen, die auserlesen waren, diese zu tragen. 


Das waren jahrhundertelang allein in seinem Reich der Kaiser von China und in Ägypten die Pharaonen, Priester und die Mumien, die in gelbgefärbte Binden eingebunden wurden, um in GELB ins Jenseits zu reisen. 

Standen GRÜN für Bodenständigkeit, ROT für Macht und BLAU für Vertrauen, so stand GELB für Neid und Gier und auch heute steht GELB nicht ganz vorn beim Ranking der Lieblingsfarben.  So heißt es noch immer, wenn einer Pech hat, er hätte wohl „mit Zitronen gehandelt“  ...



... und etwas großes rundes GELBES wird dann und wann von Wölfen angeheult und von uns Menschen bewundert.


GELB steht auch für Gefahr und Gift, wie „schön“!

Wir Menschen sind regelrecht auf Farben programmiert. Bis zu 250 Millionen Rezeptoren in den Augen leiten die Reflexionen des Lichts direkt in unser Stammhirn. Das Sehen ist der stärkste unserer Sinne und es wäre geradezu schade, nur Grau in Grau oder Schwarz/Weiß zu sehen und zu denken.

Viele Redewendungen haben sich um die Farben herum entwickelt und sind uns alltäglich. So mussten zum Beispiel die Färber auf das Trocknen der mit Waid gefärbten  Tuche warten, denn erst beim Trocknen wurden sie BLAU. Das Warten nannte man „BLAU Machen“. Wir kennen noch „ROT Sehen“, „Gelb vor Neid“ sein, „ROSAROT Denken“ , sich „SCHWARZ Ärgern“, "Fahrt ins BLAUE"   und und und....


Lasst uns die vielen Farbnuancen sehen, die Farbpigmente nutzen und die Welt in Farben leuchten, es macht einfach mehr Spaß. 

Februar 2021